| Die Öko-Schweineerzeugung Hintergrundinformationen: Stand: Mai 2010)
Anfang 2007 befand sich die Öko-Schweinemarkt wie überhaupt der gesamte Ökomarkt geradezu in einer Euphoriestimmung. Getragen von ständig neuen Umsatzrekorden suchten Abnehmer in ganz Deutschland und darüber hinaus nach Öko-Schweinen und versprachen teilweise eine Verdopplung der verarbeiteten Mengen binnen Jahresfrist. Auch die Landwirte wurden von der guten Stimmung erfasst und weiteten ihre Bestände aus. Neue Betriebe, insbesondere Ferkelerzeuger, gingen fröhlich in die Umstellung.
(E-Schweine 2,86 € € je kg SG, Mai 2010), weil die Verarbeiter und Vermarkter gerne so viel bezahlen, sondern weil Schweinefleisch (glücklicherweise!) am Markt knapp ist. Im vergangenen Jahr überstieg die Nachfrage eindeutig das Angebot. Wesentliche Gründe für den guten Absatz sind der erfolgreiche Verkauf von Wurst und Hackfleisch über Lebensmittelketten und Discounter. Gegenwärtig gehen die Abnehmer wieder von einem ausgeglichenen Markt aus. Viele Erzeuger berichten jedoch, dass die Nachfrage nach Ökoschweinen ungebrochen ist. Die Situation, dass die Ware Schweinefleisch knapp ist bzw. dass sich Angebot und Nachfrage die Waage gehalten, muss so bleiben, ja sie ist geradezu existent. In einem so kleinen Markt - nur 0,5 Prozent der in Deutschland geschlachteten Schweine sind Öko-Schweine - können kleine Veränderungen verheerende Folgen haben. Auch wir wollen eine Ausweitung der ökologischen Landwirtschaft und damit auch der ökologischen Schweinehaltung. Aber bevor Betriebe umstellen, muss ihre Vermarktung stehen. Wenn unkontrolliert Öko-Schweine verschiedenen Vermarktern angeboten werden, erzeugt dies unmittelbar Preisdruck auf alle. Das muss vermieden werden. Die Anforderungen an die ökologische Schweinehaltung werden in den kommenden Jahren deutlich wachsen. Viele Betriebe nutzen gegenwärtig Ausnahmegenehmigungen in der Haltung. In der ökologischen Schweinemast fehlen in vielen Betrieben noch die Ausläufe. Ferkelerzeuger müssen teilweise auch noch Veränderungen bei den Abferkelbuchten vornehmen. Eine verordnungskonforme Lösung ist spätestens bis Ende 2013 einzurichten. Die Anbauverbände Bioland und Naturland verlangen - zu Recht - die Ausläufe in der Schweinemast schon ab 2011, wenn eine Vermarktung unter Warenzeichen erfolgen soll. Ab 2011 sind zudem alle Öko-Schweinehalter verpflichtet, auf den Einsatz konventioneller Futtermittel gänzlich zu verzichten. In den letzten Jahren durchgeführte Versuche mit einer 100%igen Biofütterung haben gezeigt, dass aus dies aus ernährungsphysiologischer Sicht grundsätzlich möglich ist. Allerdings wird es für die Betriebe zunehmend schwieriger ihr Futter selbst zu mischen (konventionelles Kartoffeleiweiß lässt sich nicht einfach durch eine andere Komponente in Ökoqualität ersetzen) und auch die Kosten werden zwingend steigen. Wir unterstützen die rasche Umsetzung aller Vorgaben der EU-Öko-Verordnung. Da die Kosten der Produktion jedoch dadurch erneut erhöht werden, gilt es mehr denn je kostendeckende Preise für Schweine und Ferkel in Ökoqualität zu erzielen. Mit unseren Partnern in Verarbeitung und Vermarktung streben wir ein faires Verhältnis an. Dafür muss man ihnen jedoch auf Augenhöhe begegnen können. Das Aktionsbündnis Bioschweinhalter Deutschland e.V. versteht sich hier als Bündler der Erzeugernteressen. Je mehr Betriebe dem Bündnis beitreten - idealerweise europaweit vernetzt - desto gewichtiger wird seine Stimme. Weitergehende Informationen zu Markt und Wirtschaftlichkeit der ökologischen Schweinehaltung finden Sie in den Fachbeiträgen. Gerne geben wir Ihnen auch persönlich Auskunft zu unseren Zielen und zu dem bisher Erreichten. Unsere Kontaktadressen finden Sie unter Vorstand Ihr
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